Das alte Marseille und Le Panier

Historische Anlage und Denkmal
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  • Façade principale
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Präsentation

Hinter dem Hôtel de Ville entwickelt sich das historische Herz der Stadt, das "Le Panier" genannt wird. Der Ursprung des Namens soll von dem Schild eines Gasthauses "Le Logis du Panier" stammen, das im 17.
Le Panier ist der Name der Alter Stadt, der auf eine Herberge “Le Logis du Panier” zurückgehen soll, die sic him 17. Jarhunbdert in der heutigen “rue du Panier” befand.

Das Diamantenhauses.
Den Auftrag zum Bau des Diamantenhauses (Maison Diamantée) haben reiche Italiener und Spanier gegeben. Bewohnt wurde es von einflussreichen Marseiller Familien, bis es während der Revolution aufgeteilt wurde. Das Diamantenhaus ist ein perfektes Beispiel für den provenzalischen Manierismus. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Fassade aus roh, diamantenähnlich behauenen Steinen und den Verzierungen an seiner Treppe ist es einzigartig in Marseille. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Hafenarbeiter und italienische Einwanderer in dem Gebäude untergebracht.
Anfang des 20. Jahrhunderts sollte das baufällig gewordene Haus abgerissen werden. Der Verein „Art et Charité“ (Kunst und Wohltätigkeit) ersteht es jedoch im Jahr 1922 und vermacht es dem „Comité du Vieux-Marseille“ (Altstadtkomitee).
Das 1925 unter Denkmalschutz gestellte Haus entgeht den Zerstörungen von 1943 und beherbergt seit 1967 das Musée du Vieux-Marseille (Museum des alten Marseille). Das Museum ist darum bemüht, die Identität und die Traditionen der Stadt anhand von bestimmten Themen, wie die Galeeren des Königs René, die Pest von 1720, der Plan von Lavastre, die Trachten von Marseille, Möbel, Santons und Spielkarten, zu vermitteln.
Das Diamantenhaus ist heute somit ein selten gewordener Zeuge vergangener Zeiten in Marseille und der reichen Patrizierhäuser dieses Seehändlerviertels.
er Pavillon Daviel (seit 1945 teilweise unter Denkmalschutz)
Der Justizpalast von Marseille wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von den Marseiller Architektenbrüdern Gérard anstelle eines alten Gerichts aus dem 16. Jahrhundert errichtet. Das Gebäude wurde mit rosafarbenem Stein aus den Steinbrüchen von La Couronne erbaut und hat eine relativ schmale, aber dafür umso gelungenere Fassade im schlichten Stil der provenzalischen Häuser des 18. Jahrhunderts. Der schmale Vorbau ist von einem allegorischen Giebeldreieck gekrönt, die Belle Etage mit einem prächtigen Balkon aus Schmiedeeisen im für das Marseille des 18. Jahrhunderts typischen Margeritenstil verziert. Die von Verdiguier geschaffenen Skulpturen symbolisieren die Hand der Justitia (Göttin des Gerechtigkeit) und die Fackel der Themis (Göttin der Rechtsordnung), die Engel präsentieren die (während der Revolution beschädigten) Waffen des Königs und die Kinder die Tafeln des Gesetzes sowie das Stadtwappen.
Während der Revolution wurden die Urteile von diesem Balkon aus verkündet, unter dem die Guillotine wartete... Während des Second Empire (1850 - 1872) wurde ein neuer Justizpalast erbaut. Der alte Justizpalast beherbergte von 1875 bis 1893 die Medizinschule und wurde anschließend dem historischen Rathaus angegliedert.
Die Grand’Rue folgt dem Verlauf der antiken Hauptstraße, die man noch heute im Jardin des Vestiges (Ausgrabungspark) besichtigen kann, und die bis zum Place de Lenche führte, dem ehemaligen Marktplatz (der hellenistischen Agora). Die von den Phokäern gebaute Straße liegt etwa 3 Meter unter der heutigen Straße. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus war die Straße äußerst belebt, da sie die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen miteinander verband, und an ihrem Rand Händler und Handwerker ihrer Beschäftigung nachgingen und Märkte abgehalten wurden. Das ist auch noch nach 2 600 Jahren so! Von der Grand'Rue führten Straßen, welche die Namen der verschiedenen Zünfte trugen, zum Hafen, dem wirtschaftlichen Zentrum der Stadt.

Der Hôtel de Cabre.
An der Kreuzung der Rue Bonneterie und der Grand’Rue steht der Stadtpalast Hôtel de Cabre. Erbaut wurde er 1535 in einem kuriosen Stil, der Elemente der Gothik und der Renaissance miteinander vermischte, im Auftrag des Händlers und Konsuls Louis Cabre. Das Hôtel de Cabre zählt zu den ältesten Gebäuden von Marseille. Bei der Zerstörung der Altstadt im Jahr 1943 blieb der Stadtpalast zwar verschont, wurde aber später aus städtebaulichen Gründen mithilfe von Winden komplett um 90 ° verschoben, damit er parallel zum heutigen Straßenverlauf steht. Die Fassaden stehen seit 1941 unter Denkmalschutz.

Das Hôtel Dieu
Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Krankenhaus Hôpital du Saint-Esprit wurde im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderte vergrößert, und im 16. Jahrhundert mit dem Krankenhaus Hôpital Saint-Jacques de Galice zusammengelegt, um ein Jahrhundert später zum Hôtel-Dieu zu werden, dem zentralen Krankenhaus der Stadt. Der Umbau wurde von einem Neffen des berühmten Architekten Hardouin-Mansart begonnen, dessen ehrgeiziges Projekt jedoch nur teilweise realisiert wurde. Das Hôtel-Dieu wie wir es heute kennen, entstand unter dem Second Empire (1852 - 1870). Vorher war es wie alle Krankenhäuser des 18. Jahrhunderts nach allen vier Außenseiten hin abgeschlossen und verfügte über 2 große, voneinander getrennte Innenhöfe, einen für Frauen und einen für Männer. Der Architekt Blanchet entschied, den Gebäudekomplex nach Süden hin zu öffnen und die Flügel im Osten und Westen mit Pavillons abzuschließen. Die drei Etagen verfügen über die für den Krankenhausbau dieser Epoche typischen Galerien. Die Treppen wurden von Joseph-Esprit Brun geschaffen. Genau wie beim historischen Rathaus auch, sind die Gewölbe bemerkenswert und die Schmiedearbeiten ein gelungenes Beispiel der Marseiller Schmiedekunst im 18. Jahrhundert. Das Hôtel-Dieu steht seit 1963 unter Denkmalschutz.
Marseille belegt heute wie auch bereits in der Antike eine Führungsposition in den Bereichen Forschung und Medizin.
Auf der Terrasse des Hôtel-Dieu steht eine Bronzebüste von Jacques Daviel, dem berühmten Augenarzt, der sich während der Pest im Jahr 1720 verdient gemacht hatte. 1745 operierte er im Hôtel-Dieu zum erst Mal den grauen Star durch die Entfernung der getrübten Linse. Drei Jahr später wurde er zum Augenarzt von Ludwig XV ernannt.

Kirche Accoules
Seit dem 11. Jahrhundert steht an dieser Stelle eine kleine Gemeindekirche. Die Herkunft ihres Namens ist ungewiss einige behaupten er sei von den Votivgaben, kleinen Ankern, abgeleitet, andere meinen, er stamme von den Bögen, die den Kirchenbau trugen. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert neu erbaut, wie auch der Glockenturm Sauveterre, dessen Glocken vor Gefahr warnten und den Stadtrat einberiefen. Der Kirchenkomplex wurde im Jahr 1794 abgerissen und kurz vor der Julimonarchie (1830 - 1848) entstand eine neue Kirche. Anstelle der ehemaligen einfachen Kirche entstand ein Golgotha aus Stein zur „Sühne aller während der Revolution begangenen Sünden“. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde ebenfalls die Spitze des Glockenturms überholt, welcher 1964 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Observatorium – Préau des Accoules
Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten die Jesuiten die Kirche Sainte-Croix sowie ein großes Kollegium, in dem sie die Marseiller Jugend in Sprachen ausbildeten, welche diese für den Handel mit dem Orient brauchten - das Collège des quatre langues (Kollegium der vier Sprachen). 1701 wurde die Schule gemäß der Entscheidung Ludwigs XIV., der den Handel in Marseille ausbauen wollte, außerdem zum Königlichen Observatorium (Observatoire Royal).
Das Königliche Observatorium wurde von großen Direktoren geleitet, wie Saint-Jacques de Silvabelle, Pezenas und Pons, welcher 37 neue Kometen entdeckte und so dem Observatorium europäischen Ruf schenkte. Die Räumlichkeiten des Observatoriums reichten im Jahre 1863 nicht mehr aus, so dass es auf die Anhöhe von Longchamp verlegt wurde. Das ehemaligen Observatorium wurde unter der Leitung von Joseph-Esprit Brun zum Sitz der Académie des Belles Lettres, Sciences et Arts verwandelt, in dem sich heute das Museum Préau des Accoules befindet. Dieses Museum ist ausschließlich den Kindern gewidmet und organisiert kulturelle Aktivitäten, die auf die Ausstellungen der anderen Museen von Marseille abgestimmt sind.
Gleich nebenan, in der Rue Fonderie Vieille, befanden sich ehemals die königlichen Eisengießereien sowie zahlreiche Zünfte und Orden.
Wenn Sie die steile Gasse der „Montée des Accoules“ heruntergehen, wird Ihnen auffallen, wie das Ancien Régime die Grundeigentümer dazu gezwungen hatte, in die Höhe zu bauen, da ihnen jeweils nur sehr wenig Platz zugeteilt war. Achten Sie auch auf die schönen Kunstschmiedearbeiten.

Der Place de Lenche
An der Stelle des heutigen Platzes befand sich ehemals der Marktplatz der griechischen Stadt, von dem aus die Einwohner das Geschehen im Hafen mitverfolgen konnten. Ursprünglich war der Platz zu allen vier Seiten hin geschlossen. Im 5. Jahrhundert gründete der Heilige Johannes Cassianus an der Südseite ein Nonnenkloster, das somit der Abtei von Saint-Victor auf der anderen Seite des Hafens genau gegenüber lag. Im 8. Jahrhundert schnitten sich die Nonnen ihre Nasen ab, um den Sarazenen Furcht einzuflößen und deren Lüsternheit zu entgehen und wurden daher im Volksmund "desnarado" (die ohne Nasen) genannt. Unter dem Platz liegen die Gewölbe von Saint-Sauveur, bei denen es sich eigentlich um aus dem 3. Jh. v. Chr. stammenden Zisternen der altgriechischen Stadt handeln soll, die seit 1840 unter Denkmalschutz stehen und als intaktes Denkmal aus der Antike gelten.
Der Platz wurde nach einer korsischen Familie benannt, Lincio, die das Leben des Platzes im 16. Jahrhundert durch die Eröffnung von Geschäften und einer Werkstatt, in der Korallen verarbeitet wurden, sowie den Bau eines prunkvollen Stadtpalastes weitgehend bestimmte. 1553 gründete Thomas Lenche die Compagnie du Corail, die die Korallenvorkommen vor der Küste Algeriens ausbeutete. 1561 gründete diese Compagnie eine Bastion in Algerien, die als Basis für ihre Aktivitäten diente (diese Bastion begründete die französische Präsenz in Algerien). Zu einer der reichsten Händlerfamilien aufgestiegen, die zudem vorteilhafte Verbindungen knüpfte, wurde ihr 1660 sogar die Ehre zuteil, Ludwig XIV. bei seinem Besuch in Marseille zu empfangen.
Zwar lag der Platz nicht im Zentrum der während des zweiten Weltkriegs zerstörten Altstadtviertel, die Südseite des Platzes wurde im Winter 1943 aber dennoch nach den Plänen der deutschen Behörden demoliert, um Platz für moderne Betonbauten zu machen. Die Durchblicke auf den Alten Hafen, wie auch zahlreiche Skulpturen zeugen vom maritimen Charakter dieses Stadtviertels.

Die Vieille Charité
1640 entschied der Stadtrat, dem königlichen Beispiel der „großen Einschließung der Armen“ zu folgen und die Armen von Marseille in einem dazu bestimmten Ort einzuschließen.
1670 wurde der Architekt des Königs, Pierre Puget, der im Marseiller Viertel Le Panier aufgewachsen ist, von einer wohltätigen Gemeinschaft von Magistratsbeamten mit dem Bau eines Armenhauses beauftragt. Das Projekt stockte jedoch und der Grundstein zu dem Bauwerk, das zu den schönsten Werken von Pierre Puget zählt, wurde erst im darauffolgenden Jahr gelegt. Fertiggestellt wurde das Gebäude erst 1749.
Die „Vieille Charité“, wie das Armenhaus später benannt wurde, besteht aus vier Gebäudeflügeln. Nach außen hin bilden sie eine geschlossene Einheit, zum rechteckigen Innenhof hin öffnen sie sich jedoch mit einer dreistöckigen Galerie. Die drei Stockwerke spiegelten gleichzeitig das Leben der Insassen des Armenhauses wieder: ein Männer- und ein Frauentrakt, sowie ein Bereich mit großen Arbeits- und Aufenthaltsräumen.
In der Mitte des Innenhofs steht eine Kapelle, die zwischen 1679 und 1707 erbaut wurde und das architektonische Werk von Pierre Puget in Marseille krönt. Die Kapelle mit der ellipsenförmigen Kuppel ist im reinsten italienischen Barockstil erbaut. Die Fassade aus dem 18. Jahrhundert blieb bis 1863 unvollendet. Sie behandelt das Thema der Caritas, die bedürftige Kinder aufnimmt und von zwei Pelikanen umgeben ist, die ihre Jungen füttern.
Nach der Revolution wurde die Charité bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Hospiz für bedürftige Alte und Kinder genutzt. 1905 wurde das Gebäude von der Armee genutzt und diente später den Bedürftigen als Obdach. Nach dem zweiten Weltkrieg bemerkte der Architekt Le Corbusier das Gebäude und prangerte den traurigen Zustand des ungenutzten Gebäudes an. 1951 wurde die zum Abriss bestimmte Vieille Charité gerettet und unter Denkmalschutz gestellt. Dank der von Malraux erlassenen Gesetze wurde sie ab 1968 restauriert. 1986 wurde die Vieille Charité zu einem interdisziplinären Zentrum der Kultur und Wissenschaft, in dem nicht nur Museen beherbergt sind, sondern auch Sonderausstellungen gezeigt werden. Im Herzen des alten Stadtviertels Le Panier gelegen, ist die Vieille Charité heute außerdem eine unumgängliche Sehenswürdigkeit.

Der Place des Moulins.
Die Anhöhe des heutigen Place des Moulins, der höchste Punkt der Altstadt, ist seit der Antike ein Begriff. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung gegen Angriffe vom Meer und vom Land, und zeitweise waren dort Kanonen aufgestellt.
Gleichzeitig standen auf diesem Platz Windmühlen, woran sein Name auch heute noch erinnert. 1596 zählte man hier 15 Mühlen, die der Stadt Marseille eine unverwechselbare Physiognomie verliehen. Bedingt durch das Aufkommen von mit Wasser betriebenen Mühlen mussten die Windmühlen jedoch nach und nach den Betrieb einstellen. Im 19. Jahrhundert gab es nur noch drei Windmühlen, deren Fundamente bis heute sichtbar sind. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die alten Gebäude komplett abgerissen, und ein Platz mit architektonisch homogenen Gebäuden, Bäumen, Bänken und Boule-Platz wurde angelegt, dem später noch eine Schule hinzugefügt wurde, wodurch er seinen Dorfplatzcharakter erhielt. 1840 wurden unter dem Platz Zisternen angelegt, welche die Stadt mit Wasser versorgten. Die Stadtviertelinitiative "Comité d'Intérêt de Quartier" des Panier plant gegenwärtig ein Museum zur Geschichte des Wassers in Marseille.
Seit 1983 wird das Stadtviertel Le Panier saniert, und ein guter Teil des Lebens spielt sich inzwischen wieder auf dem Place des Moulins ab.
Öffnungszeitraum (e)Vom 01/01 bis 31/12, täglich.
Services, Besichtigungen, Animationen
  • Historisches Erbe :
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Name, Anschrift und Telefonnummer
Das alte Marseille und Le Panier
13002
Marseille
Tel. : +33 8 10 81 38 13
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Le Vieux Marseille et Le Panier
13002
Marseille
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Breitengrad : 43.298233
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